Österliche Hoffnungstexte

Osternacht Osternacht
Wen braucht’s nach der Krise
Gedanken zum 7. Sonntag der Osterzeit (Apg 1,12-14) von Ludwig Raischl

Die Nachrichten sagen uns: Die Infektionszahlen gehen zurück – zum Glück. Die Menschen erwarten sich weitere Lockerungen für ihr Leben und dass der Alltag wieder Einzug hält - endlich. Und es werden erste Vorwürfe für die Zeit der starken Einschränkungen laut. Auch die Kirche wird gefragt, wo sie in dieser Zeit war.

Nun ist es hilfreich, miteinander zu überlegen, wen es wirklich braucht – nach der Krise für unsere Gesellschaft und Kirche, unabhängig davon, wie schnell das alltägliche Leben Schritt für Schritt wieder Einzug hält.

Die Verse aus der Apostelgeschichte (1,12-14) scheinen wie für unsere Frage heute geschrieben. Die Apostel, heißt es, kehren nach der dramatischen Zeit (Tod am Kreuz, Auferstehung, Himmelfahrt Jesu) wieder zurück.

Zurückgekehrt ins Obergemach, den Abendmahlssaal, heißt es als Erstes: dass sie dort „ständig blieben“. Also es braucht heute Menschen mit Bleibe. Es braucht Frauen und Männer, die einen Ort haben, wo sie mit all ihren Erfahrungen einen Platz haben. Es braucht Menschen, die aus einer sicheren Position fragen und Antworten suchen können. Sicherheit gibt letztlich die tägliche Vergewisserung, dass es einen tragenden Grund gibt, der uns nicht ins Bodenlose fallen lässt.

Im Obergemach sind sie nicht allein, sie sind zusammen. Es braucht also Zweitens eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die verbindet. Von den Jüngerinnen und Jüngern heißt es, dass sie einmütig im Gebet verharren. Alle drei Worte sind von Bedeutung. „Einmütig“: es braucht Menschen mit Mut. Dieser Mut verbindet und ist kraftvoll und nicht mit vorschnellem Harmoniewunsch zu verwechseln. „Verharren“: es braucht Menschen, die einen langen Atem haben und dabei bleiben - bei der Sache, letztlich bei Ihm, dem sie gefolgt sind, weil er dem Leben einen Sinn gibt und der nach dem Tod am Kreuz so nicht mehr da ist. „Gebet“: sie sind im Gespräch mit Ihm, der nicht mehr als Mensch mit Fleisch und Blut unter ihnen ist. Doch die Verbindung ist da. Und so ist auch er da, anders und doch wahrhaftig – da als einer, dessen Worte und Taten gegenwärtig sind. Er ist da, weil es etwas gibt, das über den Tod hinaus bleibt. Es ist die liebende Verbindung.

Und es braucht drittens, konkrete Menschen mit Namen. In der Apostelgeschichte sind die Apostel mit Namen genannt, mit Maria und den Frauen. Also: Es braucht Anton, Brigitta, Christian, Doro … . Es braucht alle, von A-Z. Es braucht Frauen und Männer in dieser kritischen Zeit, die sich verbunden wissen mit dem göttlichen Grund und untereinander. Es braucht Dich und mich! Vertrauen wir in diesen Tagen vor dem Pfingstfest den Worten Jesu aus dem Evangelium: „Für sie bitte ich – sie sind in der Welt – bewahre sie in deinem Namen“ (Joh 17,1-11) und stimmen in seine Bitte um den Beistand, den Heiligen Geist ein.

"Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten" (Joh 14,15) oder "Was von der Kirche bleibt, wenn die Pandemie abgeklungen ist"
Gedanken auf den 6. Sonntag der Osterzeit von Josef Fischer

Im Hinblick auf die Zeit nach der Pandemie kann man die Meinung hören: "Ganz so, genau so, wie es einmal war, wird’s wohl – wenigstens so schnell – nicht wieder werden". Hmh. Das kann einen zunächst erschrecken. Es wird Einschränkungen geben, die bleiben. Aber vielleicht kann man sie eher annehmen und dann besser mit ihnen leben, wenn wir miteinander überlegen, was wirklich wichtig ist:

Dass wir eine Welt sind und uns einander brauchen.
Dass wir uns überhaupt treffen, besuchen, nahekommen, die Hand geben.
Dass vor allem den am meisten Bedrohten und Bedrängten geholfen ist, denen diese Zeit an die Substanz geht und nach dem Leben greift.
Dass eine konkrete Solidarität entsteht in der Nachbarschaft und in der Pfarrei.
Dass es eine neue Nachdenklichkeit darüber gibt, um was es in diesem Leben eigentlich und bleibend geht.
Dass es um manches Lieblose, Lasterhafte und Lärmende gar nicht schade ist, auch nicht um die Spuren des Überheblichen und Überzogenen.
Dass die Frage nach dem, was wir glauben, was uns durch den Glauben geschenkt ist, wofür wir als Kirche überhaupt da sind und wozu wir uns als Kirche Jesu Christi in dieser Welt und Zeit berufen sehen, aufgebrochen ist.
Dass uns der Zustand der Kirche zu denken gibt, und dass wir nicht einfach so weitermachen, sondern hören, was der Herr der Kirche ihr heute durch seinen Geist sagen will.

Ja, wenn das so ist, dann kann man es doch mit einem ein wenig veränderten Lebensstil versuchen,
dann kann man sich doch an Regelungen und Gebote halten, die noch dazu Sinn machen;
dann taucht für den Christenmenschen die Frage nach Jesu Gebot auf, und was das heißt: Ihn lieben;
dann ist das Leben hoffentlich schön, von der Spur Seiner Liebe durchzogen;
dann freuen wir uns, dass Er unter uns ist und wir miteinander sind;
dann wird man das hier Geschriebene kritisch prüfen:

meint Euer Josef Fischer,
der Euch Gesundheit und Genießbarkeit wünscht.

Euer Herz lasse sich nicht verwirren (Joh 14, 1-12)
Gedanken zur 5. Osterwoche von Brigitta Neckermann-Lipp

Eine Frau erzählt von der Auseinandersetzung mit ihren Geschwistern, ob sie ihre Mutter zum Geburtstag besuchen sollen – und von ihrer eigenen Unsicherheit zwischen dem Wunsch, die alte Mutter vor möglicher Ansteckung zu schützen und dem Anliegen, zum Geburtstag bei ihr zu sein.

Ein Mann sagt, dass er eigentlich zum Arzt gehen sollte, um seine Blutwerte überprüfen und die Medikamente neu einstellen zu lassen. Aber er ist verunsichert, steckt man sich in einem Wartezimmer nicht noch leichter an? Andererseits sagen sie im Fernsehen immer wieder, man solle notwendige Arztbesuche nicht aufschieben. Er weiß auch nicht, was er tun soll. Vielleicht doch besser noch ein bisschen warten …

Zwei Beispiele, die für viele stehen, für viele Fragen und Unsicherheiten, in dieser Zeit, in der das Virus Covid 19 unser Leben stark beeinflusst.
Die Zeit ist geeignet, zu verwirren – das Denken zu verwirren, so dass man manchmal nicht mehr weiß, woran soll ich mich halten und was ist richtig.

Jesus spricht im Evangelium des kommenden Sonntags vom verwirrten Herzen. Verwirrtes Denken ist mir bekannt, wie aber kann ich mir ein „verwirrtes Herz“ vorstellen?
Das Herz steht für Leben und für die Liebe – ich stelle mir vor, dass mein Herz verwirrt ist, wenn ich nicht weiß an wen oder was ich mein „Herz hängen“ soll, wenn ich nicht weiß, wo mein Leben geborgen ist, wo ich hingehöre, wo ich einen guten Platz habe.

Jesus sagt, er hat einen Platz für jede und jeden vorbereitet. Er geht voraus und alle die ihm folgen, kennen den Weg dorthin. Damit verwirrt er die Jünger (und vielleicht auch uns) nochmal. Thomas fragt nach: „Woher sollen wir den Weg kennen?“ Und Jesus sagt: „Ich bin der Weg – haltet euch an mich“

Viele Situationen unseres Lebens fallen mir dazu ein, Situationen, in denen wir meinen wir müssten das Ziel kennen und auch den Weg dorthin.
Das Ziel kennen und den Weg herausfinden ist einfach, wenn ich einen Ort ins Navi eingeben kann, es ist sinnvoll, wenn ich z.B. für eine Arbeitsgruppe oder eine Schulstunde ein Ziel benenne und einen Weg entwickle, wie dieses Ziel zu erreichen ist.

Und doch gleicht unser Leben oft eher einem Gehen im Nebel auf unebenem Gelände: vorwärts tasten Schritt für Schritt. In vielen persönlichen Lebenssituationen erleben wir das so, besonders jetzt (aber nicht nur) im Umgang mit dem Covid 19–Virus und was er in unserer Gesellschaft und Kirche verändert. Diesen Eindruck gab es aber auch davor schon, z.B. Wie geht die Kirche in die Zukunft, was ist für unsere Pfarreien in den nächsten Jahren wichtig? Wie geht es – und wie gehen wir - mit unserem Glauben weiter…. ? Danach suchen und fragen wir und wissen, es gibt keine einfachen Lösungen.

Da kommt mir das Evangelium entgegen und bietet einen „Anker“ für meine verwirrten Gedanken und mein verwirrtes Herz: Jesus sagt: „… komme ich wieder und werde euch zu mir holen“.
Ich stelle mir vor, dass Jesus mir entgegen kommt und mich abholt. Einmal, am Ende des Lebens, aber auch jetzt schon – jeden Tag.

Es kommt mir das Bild, das sich bietet, wenn man die Moritz-Kirche in Augsburg betritt. Da komme ich von hinten in die ansonsten fast leere Kirche und sehe von vorne eine große Christusfigur mit schnellem Schritt und ausgestreckter Hand auf mich zukommen, wie um mich zu begrüßen.

Moritzkirche
Moritzkirche in Augsburg

Fast höre ich ihn sagen: „Da bist du ja endlich! Ich habe schon auf dich gewartet!“

Bei Exerzitien bekam ich einmal die Aufgabe mir über den Tag immer wieder vorzustellen, Jesus steht, geht, sitzt, liegt … neben mir - und wahrzunehmen, ob und was sich dadurch für mich verändert.

Für mich ist es ist gut, wenn ich mich immer wieder daran erinnere, v.a. dann, wenn mein Herz verwirrt ist. Es beruhigt mich und macht mein Herz fest: Jesus ist neben mir. Er holt mich ab und begleitet mich.

Probieren Sie es aus! Wie ist es für Sie?

Brigitta Neckermann-Lipp

Ostern – eine neue Art, die Sinne zu gebrauchen
Gedanken zur 4. Osterwoche 2020 von Dr. Anton Spreitzer

Der britische Professor für Literatur C.S. Lewis (1898-1963) ist hierzulande besser bekannt als Autor der „Chroniken von Narnia“ als für seine oft knappen und präzisen, immer aber sprachlich brillanten Schriften, auch solchen, die er zur Verteidigung des christlichen Glaubens und seiner Vernünftigkeit verfasst hat. Einige davon sind mittlerweile auf Deutsch übersetzt. Ich kann die Lektüre nur empfehlen. Selten hat man etwas zu lesen, das mindestens ebenso lehrreich wie unterhaltsam ist. Bei C.S. Lewis ist das fast immer der Fall.

In seiner „Meditation in einem Geräteschuppen“ erzählt er davon, wie an einem son-nigen Tag im Innern eines stockdunklen Schuppens das einfallende Licht seine Aufmerk-samkeit weckt: „Ich sah den Strahl, aber keine Dinge durch ihn.“ Dann ändert er seine Posi-tion, sodass der Strahl direkt auf sein Auge traf. „Sofort verschwand das vorige Bild“, be-richtet er. „Ich sah keinen Geräteschuppen mehr und (vor allem) keinen Strahl. Stattdessen sah ich, umrandet von der unregelmäßigen Ritze am oberen Ende der Tür, grüne Blätter, die sich draußen auf den Ästen eines Baumes bewegten, und dahinter, gut neunzig Millio-nen Meilen entfernt, die Sonne.“ Diese an sich banale Alltagserfahrung lässt Lewis eine wichtige Erkenntnis machen: „Am Strahl entlang sehen und auf den Strahl sehen sind zwei völlig verschiedene Erfahrungen.“ Wir könnten auch sagen: auf die Perspektive kommt es an; oder genauer: es macht einen gewaltigen Unterschied, wie wir Dinge, Menschen, die Welt, uns selbst … wahrnehmen. Unser Alltag ist voll von diesem Wissen, ohne dass wir uns meistens darüber klar sind – und vor allem, ohne dass uns klar wird, was das für unsere wichtigste Art, auf die Dinge, Menschen usw. zu „sehen“, bedeutet: nämlich für unseren Glauben.

Schauen wir – noch einmal mit Lewis – zuerst einmal in unsere Alltagswelt. „Der Ma-thematiker sitzt und denkt nach, und ihm scheint, er betrachte zeitlose und raumlose Wahrheiten über mathematische Größen. Doch der Hirnphysiologe, könnte er in den Kopf des Mathematikers blicken, würde dort nichts Zeit- und Raumloses finden – nur kleine Be-wegungen in der grauen Hirnmasse.“ Oder: „Das Mädchen weint über seine zerbrochene Puppe und hat das Gefühl, einen echten Freund verloren zu haben; der Psychologe sagt, ihr aufkeimender mütterlicher Instinkt sei vorübergehend auf ein geformtes und bemaltes Stück Kunststoff übergeflossen.“

Je nachdem, wie wir etwas oder jemand betrachten, es macht einen Unterschied, ob wir entlang einer Sache blicken oder ob wir auf sie blicken. Aber wer hat Recht? Der ent-lang-Blickende oder der darauf-Blickende? Der Mathematiker oder der Hirnphysiologe? Das kleine Mädchen oder der Psychologe? Der Verliebte oder der Verhaltensforscher, der sich dafür interessiert, was Verliebtsein mit Menschen macht?

Und wir können auch hinzufügen: Hat der gläubige Mensch, der betende Mensch, der Mensch, der eine Beziehung mit Gott lebt, recht? Oder der, der von außen beschreibt, was ein gläubiger Mensch tut; der mit dem Computer zeigen kann, was im Gehirn beim Be-ten passiert; der eine „ganz normale“ Erklärung dafür hat, dass ein Mensch sein Leben an ein unsichtbare, allmächtiges, allgegenwärtiges, ewiges, barmherziges Wesen hängt, das Mensch geworden ist, gekreuzigt wurde und von den Toten auferstanden ist.

Wir haben es als glaubende Menschen zugelassen, dass man uns auf das „auf die Dinge schauen“ verpflichtet hat, und dass wir ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir als gläubi-ge Menschen „entlang der Dinge schauen“. Wir kommen uns dümmer, unaufgeklärter, welt-fremder, unrealistischer usw. vor als die scharfen Beobachter, Analysierer und Erklärer. Sicher, der „innere Blick“ – und dazu gehört, wie gesagt, der gläubige Blick – kann einen trügen, er kann falsch sein und kann zu einer unvernünftigen Ideologie werden. Aber ist es wirklich vernünftig, klug, aufgeklärt usw., dass deswegen alle inneren Blicke falsch sein müssen?

C.S. Lewis führt zwei Einwände gegen eine solche Meinung an (die in Wirklichkeit ei-nes der fundamentalen Dogmen einer aufgeklärten Moderne oder Postmoderne ist, die immer ganz lautstark verkündet, dass Dogmen nur für Leute sind, die zu faul oder zu dumm zum Selberdenken sind; der Selbstwiderspruch, der in dieser weit verbreiteten Haltung ent-halten ist, bleibt eigenartiger Weise vielen dieser klugen, aufgeklärten, modernen usw. Leu-te verborgen). Erstens: „Wir können nicht nachdenken – und daher auch nicht richtig nach-denken –, wenn wir nichts haben, worüber wir nachdenken können. Ein Physiologe kann zum Beispiel Schmerzen untersuchen und feststellen, dass er dieses oder jenes neuronale Ereignis ‚ist‘ (was immer ist bedeutet). Doch das Wort Schmerz hätte für ihn keine Bedeu-tung, wenn er nicht durch sein eigenes Leiden selbst einmal ‚innen‘ gewesen wäre. Hätte er niemals entlang von Schmerz geblickt, so wüsste er einfach nicht, worauf er schaute. Das eigentliche Objekt seiner Untersuchungen von außen existiert für ihn nur deshalb, weil er, zumindest ein Mal, innen war.“

Und zweitens: „Gegen wir zurück in den Geräteschuppen. Ich mag abgetan haben, was ich beim Blick entlang des Lichtstrahls gesehen habe (d.h. die sich bewegenden Blätter und die Sonne), weil dieser ‚in Wahrheit nur ein Streifen staubigen Lichts in einem dunklen Schuppen‘ war. Das heißt, ich könnte mich darauf festgelegt haben, meine ‚Seitenansicht‘ des Lichtstrahls als die ‚wahre‘ zu betrachten. Doch diese Seitenansicht selbst ist ebenfalls ein Fall jener Tätigkeit, die wir ‚Sehen‘ nennen. Und dieser neue Fall könnte ebenfalls von außen betrachtet werden. Ich könnte mir von einem Wissenschaftler erklären lassen, dass das, was ein Lichtstrahl in einem Schuppen gewesen zu sein schien, ‚in Wahrheit mur eine Erregung meiner Sehnerven‘ war. Und das wäre ebenso gut (oder schlecht) eine Weg-Erklärung wie die vorherige. Das Bild des Lichtstrahls im Werkzeugschuppen müsste nun ebenso beiseitegelegt werden wie das vorige Bild der Bäume und der Sonne. Und wo stehen wir dann?“

Beide Gründe, die Lewis bewegen, sich den Glauben an die Wahrhaftigkeit des „Entlang-Sehens“ von niemanden ausreden zu lassen, vor allem nicht von denen, die meinen, mit ihrem „Darauf-Sehen“ hätten sie buchstäblich alles im Blick, zeigen in aller Kürze, dass wir als gläubige Menschen, d.h. als Menschen, die entlang der Botschaft der Bibel, entlang des Inhalts des Evangeliums, entlang der langen Glaubensgemeinschaft der Kirche usw. sehen gelernt haben, nicht die Dummen sind. Im Gegenteil. Die zwei Gründe, die Lewis anführt, zeigen vielmehr, in welche Selbstwidersprüche sich die neunmalklugen Kritiker des religiö-sen Glaubens verstricken. Nur weil man sie so selten ganz ausdrücklich ins Feld führt, fühlen sich die Kritiker der Religion so überlegen und stark. Aber das sind sie nicht. Lewis zeigt uns: Entlang einer Sache blicken zu können, gehört zur Suche des Men-schen nach Wahrheit, Sinn und Leben wesentlich mit dazu; ohne es ginge es nicht. Daraus folgt aber auch: ein solches Sehen muss man lernen, gerade heute, gerade bei uns, wo das „Darauf-Sehen“ so allgegenwärtig und präpotent durch unsere Köpfe, Computer, Fernseher usw. schwirrt.

• Glauben, Glauben nicht an irgendwen oder an mich, sondern zuallererst und mit ganzem Herzen an Gott, an die Dreifaltigkeit, Glauben an einen göttlichen Ursprung der Welt, an eine Erlösung aus Sünde und Tod durch die Liebestat eines Menschen, an die Teilhabe an dem Sieg über die zerstörerischen Kräfte, die uns Menschen al-lenthalben umgeben – nicht nur in Form von „Corona“, sondern auch sonst, für uns eher unbemerkt, als an Hunger sterbendes Kind, als durch Armut seiner Würde be-raubter Slumbewohner, als einer, der aus Hoffnung auf ein besseres Leben im Mittelmeer ertrinkt oder sonstwo auf Gottes Erde krepiert;

• Glauben an den Sieg Gottes in seinem Sohn Jesus Christus in der Kraft des Heiligen Geistes, wie wir ihn an Ostern wieder gefeiert haben und ihn uns jetzt in diesen Wochen der Osterzeit tagtäglich buchstäblich zu Herzen gehen lassen sollen;

• Glauben an den Guten Hirten (der am 4. Ostersonntag im Mittelpunkt der biblischen Verkündigung steht und diese ganze Woche uns begleitet), auf dessen Stimme wir uns felsenfest verlassen, mit dem wir durch alle Schluchten und Täler gehen und an dessen Stab wir uns auch in der tiefsten Finsternis orientieren können –

• Glauben in diesem Sinn ist ein „Entlang-Sehen“, entlang an einem Lichtstrahl, der ins Dunkel gefallen ist: im Geräteschuppen wie im Stall von Bethlehem und im Gartengrab in Jerusalem.

Glauben heißt, die Dinge betrachten, „auf die Dinge schauen“, aus einer ganz eigenen Perspektive, die den Dingen, den Menschen, der Welt, mir selbst usw. nicht ihre eigene Bedeutung nimmt, wenn sie sie unter dem Blickwinkel der Wirklichkeit Gottes und seines/unseres Ostern betrachtet, sondern ganz im Gegenteil das sichtbar werden lässt, was Gott der Welt, seiner Welt zugedacht hat, was alles möglich wäre an Gutem, wozu alle Schöpfung – und jeder von uns in ihr – von Gott her berufen ist.

Der 4. Ostersonntag ist eine Einladung zum „Entlang-Hören“ – zum Hören „entlang“ der Worte des (meines/unseres) Guten Hirten hinein in das Unausdenkliche, von dem diese Stimme ausgeht, hinein in das Leben Gottes in seiner dreifaltigen Herrlichkeit, ohne die alles nichts wäre, mit der aber aus nichts alles werden kann und wird.

Welch ein Trost!

Und vielleicht ein Grund, wieder einmal an einem Sonnentag – im Geräteschuppen zu verschwinden…


Dr. Anton Spreitzer, Direktor im Haus der Begegnung

Anmerkung: Der Text „Meditation in einem Geräteschuppen“ sowie zahlreiche andere kurze, geistreiche Texte von C.S. Lewis finden sich gesammelt in: C.S. Lewis, Durchblicke. Texte zu Fragen über Glauben, Kultur und Literatur, Basel 2019. Daneben zahlreiche weitere Übersetzungen, die alle lohnenswert sind.

Kommt her und esst! (Joh 21,1-14)
von Ludwig Raischl

In diesen Corona-Tagen findet ein Ringen um eine gewisse Normalität statt. Erste Lockerungen der Kontaktsperre sind im Gange: immer mehr Geschäfte können wieder öffnen, die ersten Schüler – zunächst die der Abschlussklassen – gehen in die Schule, und auch öffentliche Gottesdienste werden wohl mit Auflagen bald stattfinden. Der Wunsch wird immer stärker, dass sich der Alltag wiedereinstellen möge.

Und doch ist es nicht so wie vor der Krise. Da ist ein Kind traurig, weil die Erstkommunion nicht wie geplant stattfindet und auf unbestimmt verschoben ist. Daist ein Betrieb geschlossen, die Angestellten in Kurzarbeit und die Angst vor Arbeitslosigkeit und Betriebsschließung geht um. Da gehört man plötzlich zur Risikogruppe und macht sich Sorgen, nicht angesteckt zu werden. Da ist ein vertrauter Mensch an Covid-19 gestorben, die nächsten Angehörigen durften ihm in der Todesstunde nicht beistehen und konnten nicht Abschied nehmen. Wie trauern? Da …

Die Lage derer, die auf Jesus gesetzt haben, ist im Evangelium des dritten Ostersonntages (Joh 21,1-14) ähnlich beschrieben. Nach den dramatischen Ereignissen in Jerusalem mit der Erfahrung von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu, sind sie wieder in ihrer Heimat am See, im Alltag angekommen. Doch es ist nicht sowie früher, als sie mit Jesus unterwegs waren. Und es ist auch nicht wie in der Zeit,als sie Jesus noch nicht kannten. Petrus ergreift die Initiative und packt an: ich gehe fischen. Die anderen machen mit. Vielleicht sind sie froh über den Impuls. Doch sie fangen nichts. Der Lohn der Mühe bleibt aus. Sie haben nichts zum Unterhalt ihres Lebens erworben. Am Ufer, in der Ferne taucht unerkannt Jesus auf. Er fragt nach und regt an. Und sie haben Erfolg mit einem reichen Fang. Da erkennt Petrus seine Hilflosigkeit und Bedürftigkeit, das Evangelium sagt, dass er nackt war. Ihn drängt es zu Jesus. Szenenwechsel: der Auferstandene lädt sie ein mit dem Worten „Kommt her und esst“. Er hat das Mahl schon bereitet und er teilt an alle aus.

In diesen Tagen gilt das Wort Jesu „Kommt her und esst“ denen ganz besonders, die Angst haben und traurig sind. „Komm her“ sagt Jesus zu dem Kind, das wegen der verschobenen Erstkommunion traurig ist. Er gesellt sich dazu, wenn miteinander in der Familie im Evangelium gelesen wird und für alle gebetet wird, denen es so geht wie dem eigenen Kind. Das „Kommt her und esst“ gilt besonders den Trauernden in der schweren Zeit, auch wenn das Requiem derzeit nicht stattfinden darf. Jesu Nähe ist da auch im Gespräch mit ihm, dem alles gesagt, geklagt, geweint werden darf. Jesu Nähe ist da, wenn jemand in dieser schweren Zeit sein Ohr schenkt.

Hungersemmel

In unserer Spitalkirche HEILIG GEIST findet sich beim Turmeingang aus einer schweren Hungersnot der Jahre 1771/72 eine „Hungersemmel“, ein Rotmarmorrelief. Die Semmel bzw. das Brot ist klein ausgefallen, weil es Mangelware war in der Not. Uns heute möge es erinnern an das „Kommt her und esst“ des Auferstandenen, das den Seelenhunger stillen will, besonders bei denen, die sich danach sehnen und die des Lebensbrotes bedürfen.

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Fürchtet Euch nicht – mit Jesus gehen
Gedanken zu den Tagen des österlichen Triduums 2020 von Dr. Anton Spreitzer

„Homo viator“ – der „Mensch auf dem Weg“.

Mit diesem Begriff bezeichnen u.a. die Philosophie und die Theologie den Menschen in einer diesem wesentlichen Dimension.

Entlang dieses Begriffes möchte ich in diesem Corona-verschatteten Jahr einen Blick werfen auf das, was Christinnen und Christen ausmacht, und das sie überall auf der Welt in diesen Tagen des so genannten österlichen Triduums feiern – und sich damit erinnern und erinnern lassen an die ihnen eigene Berufung, die mit der Bezeichnung „Christ“ verbunden ist.
Es sind die drei Tage, denen ihr Geheimnis zuwächst eigentlich erst aus den Nächten, mit denen sie verbunden sind: die Zeit zwischen der Nacht des Verrats am Gründonnerstag über die Tag-Nacht des Todes am Karfreitag bis zur Licht-Nacht der Auferweckung an Ostern. Und wie eine drückende Nacht empfinden ja viele Menschen in allen Völkern und Nationen die derzeitige Situation …

Wenn unsere Bewegungsfreiheit durch die derzeit wütende weltweite Pandemie so massiv eingeschränkt ist, wenn Ausgangsbeschränkungen den Radius unserer körperlichen Bewegung massiv verkleinern, erlangt vielleicht die Perspektive des „homo viator“ einen neuen Klang, eine neue Tiefe.

„Fürchtet euch nicht“ – unter diesem Wort wäre unser diesjähriger Osterkurs gestanden, der nun auch den aktuellen Umständen zum Opfer fällt leider ausfallen muss.

Das Wort „Angst“ in unserem Wortschatz teilt eine sehr alte Wurzel in den so genannten indogermanischen Sprachen, der u.a. auch das lateinische Wort „angustus“ entstammt. Demnach wird in dieser Wortfamilie „Enge“ und „Bedrängnis“ ausgesagt. Angst zu haben, in Ängsten zu sein wird damit zurückgeführt auf die Erfahrung von Bedrückung, Gehemmtsein, Eingeschlossensein – auf eine urmenschliche Erfahrung von etwas, das nun in diesem Jahr Menschen weltweit durch das Corona-Virus in teilweise unvorstellbar drastischer Weise ereilt.

Mitten in diese Situation hinein nun: „Fürchtet euch nicht“!

Es ist ein urbiblisches Wort. Es begegnet uns im Mund des Joseph im Buch Genesis, im Mund des Mose im Buch Exodus (beides entscheidende Akteure in wunderbaren Befreiungsgeschichten!) und an vielen weiteren Stellen im Alten Testament, so etwa häufig auch bei den Propheten: im Mund des Jesaja, des Jeremia, bei Joel, Haggai, Sacharja. Und dann, im Neuen Testament sprechen es die Engel aus – an Weihnachten (Lk 2,10) und an Ostern (Mt 28,5) –, v.a. aber natürlich Jesus selbst, vor und nach seiner Auferweckung vom Tod.
Ganz knapp könnten wir von all dem her sagen: Wo Gott den Weg mit den Menschen geht, führt er aus Enge und Drangsal hinaus in die Freiheit, in eine Freiheit, in der der Mensch an der Seite Gottes zu sich selber findet, erkennend, dass die enge Nähe zu Gott die einzige Enge ist, die sich am Ende als Weite erweist – die aber dem Menschen allein dadurch aufgeht, der er erst dadurch gewahr wird, dass er sich auf Gott und sein Tun einlässt, ihm vertraut, sich in seine Hand gibt.

Eben das ist die Signatur des Weges Jesu von Anfang an. Wie eine Art Grundmelodie seines Verhaltens, seines Betens und seiner Verkündigung steht seine unzertrennbare Verbindung zu Gott, zum Vater vor uns. Und sie wird gleich zu Beginn der heiligen österlichen Tage aufgerufen – in der Nacht des Verrats, nach dem Letzten Abendmahl, im Garten Getsemani: „Und er ging ein Stück weiter, warf sich auf sein Gesicht und betete: Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ (Mt 26,39) In dieser Gesinnung wird er am nächsten Tag das Kreuz annehmen und durch es umgebracht werden, nach grausamer Folter, unter unsäglichen Schmerzen.

Jesus kannte seinen Vater. Darum konnte er ihm vertrauen. Darum konnte er sich ohne Einschränkung in seinen Willen ergeben. Und wie so oft bei Gott und seinen Wegen das Eigenartige: Festgenagelt am Kreuz in die ärgste Enge gebracht, unfähig zu eigener Bewegung – erwirkt er eine Freiheit von ganz neuer Dimensionalität: nicht mehr Ägypten, Babylon, Rom oder sonst irgendeine irdische Macht oder Gewalt lässt er hinter sich, sondern den Tod, den ärgsten Feind des Menschen und seines Daseins! Darum dann auch das österliche Fazit als Grußwort an die Seinen: „Fürchtet euch nicht!“ Der Weg Jesu, gegen das Ende seines irdischen Lebens noch einmal beschleunigt, läuft mitten hinein in die größte „angustia“, die Todes-Enge von Kreuz und Grab, aber nur um sie von innen her aufzusprengen – nicht nur den Stein vom Grab, sondern alle drückende, vernichtende Last, wie sie auf Leben und Geschick der Menschen liegt in der Ohnmacht gegenüber dem Tod.

Als Christinnen und Christen tragen wir nicht nur den Namen dieses Mannes, der diesen Weg in unerschütterlicher, unzertrennbarer Verbundenheit mit dem Vater gegangen ist, sondern sind auch auf seinen Weg verpflichtet: „Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht, der kann nicht mein Jünger sein.“ (Lk 14,27) Was zu uns in unserem natürlichen Menschsein gehört, das im Begriff des „homo viator“ eingefangen ist, konkretisiert sich für die, die sich auf diesem Weg in seiner Fußspur einlassen, noch einmal mehr. Und in der Mitte dieser Konkretion steht das Kreuz. Mit Jesus gehen, heißt darum nach dem Wort Jesu selbst: sein Kreuz tragen. Anders geht es nicht, zumindest nicht, wenn man sein Jünger sein will. Auf dem Weg sein als Christ ist keine angenehme Buswallfahrt, sondern buchstäblich ein Kreuzweg – freilich nicht in dem Sinn, sinnlos und fanatisch eigenes Leid zu erzeugen oder zu suchen, wohl aber es im Blick auf Jesus, hinter dem wir hergehen, anzunehmen wie er es angenommen hat; und es annehmen und tragen aus der Kraft heraus, die einzig aus der Verbundenheit mit Gott, Jesu Vater und unserem Vater, rührt (vgl. Joh 20,17).

Die Corona-Pandemie erleben Menschen auf der ganzen Welt als Katastrophe, manche existentiell, weil es um Leben und Tod geht, andere weniger dramatisch vielleicht, aber doch als ganz reale Gefahr für ein sorgloses, friedliches Dasein in Gottes großer Schöpfung, von dem wir ganz instinktiv spüren, dass es das ist, was als Eigentliches uns Menschen zugedacht ist. Wir erfahren unsere Situation als Menschheit – wirklich als Menschheit! – als in die Enge getrieben, als von allen Seiten bedrängt. Wir erfahren, wie lähmend, einengend, begrabend das Zerstörungswerk eines ungebändigten Virus die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzt; wie es soziale Distanz erzwingt, um Überleben zu ermöglichen; wie sie den „homo viator“ zum „homo angustus“ zu erniedrigen sucht, ihn zwingt und zwängt wie ein eingesperrtes Tier.

Und in diese Situation spricht in diesem Jahr der Auferweckte seinen österlichen Gruß: „Fürchtet euch nicht!“ Für viele von uns, gerade für die, die das Glück haben, unter „normalen“ Umständen Ostern unbesorgt, frei, gesund etc. feiern zu dürfen, werden diese Worte plötzlich ganz anders klingen, werden Zwischentöne hörbar in der Geschichte von Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu, die wir allzu gut zu kennen meinen, die wir Jahre oder gar Jahrzehnte lang geflissentlich überhört haben – überhören haben können, weil wir als „homines viatores“ doch relativ gemütlich unterwegs gewesen sind. Nun aber stocken unsere Schritte, bricht unser Lebens-Gang plötzlich ab, schließen sich um uns die Mauern unserer Wohnungen und Häuser, und zugleich die Ringe um unsere unbekümmerten Herzen – vielleicht in gewisser Ähnlichkeit zu den Jüngern, die sich aus Angst eingeschlossen hatten, als ihnen Jesus aus dem Leben weggekreuzigt worden war (vgl. Joh 20,19.26).

Ostern aber erweist sich nicht zuletzt für die, die zum Glauben an Jesus gekommen sind (und dazu haben uns – wir erinnern uns – Sonntag für Sonntag die Evangelien der Fastensonntage hinführen wollen!), als ein Lösen der Fußfesseln, als ein Zerbrechen der einengenden Mauern, als ein Sprengen aller eisernen Ringe um die Herzen – als Ausweg aus der Angst, als Rückverwandlung der „homines angusti“ in „homines viatores“! Steht nicht mit einer größeren inneren logischen Notwendigkeit eben jenes uns allen bekannte Wort ganz am Ende des Zusammenseins Jesu nach seiner Auferstehung mit den Seinen als uns unter normalen Umständen bewusst ist: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,19f.)

Von keinem ist uns diese österliche Wandlung, die Ent-Ängstigung als Folge der Auferweckung Jesu intimer bezeugt als vom Apostel Paulus. Im zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth findet er unwahrscheinlich starke Worte, hinter denen wir eine christliche Existenz erkennen, zu deren tragender Lebenswirklichkeit die befreiende Kraft der Begegnung mit dem auferweckten Jesus Christus geworden ist. Hören wir Paulus selbst: „Wir verkünden nämlich nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als den Herrn, uns aber als eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!, er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit aufstrahlt die Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi. Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt. Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht; wir werden gehetzt und sind doch nicht verlassen; wir werden niedergestreckt und doch nicht vernichtet. Immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird. Denn immer werden wir, obgleich wir leben, um Jesu willen dem Tod ausgeliefert, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird. So erweist an uns der Tod, an euch aber das Leben seine Macht. Doch haben wir den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in der Schrift heißt: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet. Auch wir glauben und darum reden wir. Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch vor sich stellen wird.“ (2 Kor 4,5-14)

Dass Ostern dem Menschen eine ganz besondere Dimension seines Daseins als „homo viator“ erkennbar werden lassen kann, wird uns Jahr für Jahr auch am Ostermontag vor Augen gestellt, wenn nämlich die Jünger auf dem Weg in das Dorf Emmaus sind, Jesus unterwegs begegnen, sich von ihm in ein Gespräch verwickeln lassen, ohne ihn zu erkennen, lediglich spüren, dass in ihren Eigenweiden etwas Eigenartiges vorgeht, an das sie sich später beim gemeinsamen Mahl mit Jesus erinnern werden: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?“ (Lk 24,32)

Diesen Weg gehen wir nun also an den kommenden Tagen – in diesem Jahr der Möglichkeit beraubt, sichtbar und leibhaft spürbar sie liturgisch zu begehen und uns singend, betend zu erinnern an den Weg Jesu von Tag zu Tag bzw. von Nacht durch Nacht bis hin zum herrlichen Ostermorgen, und die bleibende Gegenwart Jesu in seiner Gemeinde dankbar zu feiern. Dennoch hindern uns die Umstände nicht, unsere Weggemeinschaft untereinander und mit dem gekreuzigten und auferweckten Herrn wieder mit neuem Bewusstsein, neuer Kraft, Leidenschaft, Liebe und Hingabe aufzunehmen und wieder ein Stück tiefer zu begreifen, dass all unsere persönlichen Wege ihr Licht erhalten als Verlängerungen des Weges, den unser Herr damals und für allezeit wirksam für die Welt gegangen ist.

Am Vorabend seines Leidens und Sterbens begeht Jesus zusammen mit den Zwölf das Paschamahl – das Gedächtnismahl des Auszugs aus Ägypten! Weg, Aus-Weg, Befreiung sind mit diesem rituellen Mahl für die dort Versammelten unmittelbar gegenwärtig: Erinnerung an die großen Taten Jahwes mit dem Volk Israel, dessen Klage er gehört und das er deshalb aus dem Sklavenhaus herausgeführt hat – aus der Enge Ägyptens in die Freiheit der exklusiven Weggemeinschaft Israels mit seinem Gott.

Auf dieses Weg-Fest („Pascha“ bedeutet ja: „Vorübergang des Herrn“, womit darauf angespielt wird, dass der Todesengel an den mit dem Blut der Paschalämmer bestrichenen Türen der Israeliten vorübergegangen ist und sie verschont hat) folgt der Weg durch das Kidrontal in den Garten Getsemani mit dem tief-menschlichen Gebet Jesu, das ihn so erfasst, dass sein Schweiß wie Blut zu Boden tropft (vgl. Lk 22,44). Dann die Gefangennahme, der Weg zurück durch das Kidrontal hinauf zum Haus des Kajaphas, wo man ihn einkerkert, dann Verhör, dann Weg zu Herodes, Weg zu Pilatus, Weg zur Geißelung.

Und dann der Kreuz-Weg hinauf nach Golgotha.

Kreuzigung.

Tod.

Der Weg hinab in die Unterwelt, um dort die ersten Kerker aufzusprengen, die ersten Steine von den Gräbern zu reißen und Freiheit, Frei-Raum aus der Enge des ewigen Todes denen zu bringen, die dieser schon für alle Zeit in seinem Besitz wähnte.

Und dann der Weg zurück: OSTERN! AUFERWECKUNG! LEBEN!

Und die Begegnungen mit diesem „neuen“ Jesus, der gleichwohl die Wundmale noch immer an sich trägt. Kein Gespenst, sondern wirklich – ER!

Und das österliche Kraft- und Trostwort: „Fürchtet euch nicht!“ Es spricht der, der durch Wände und Türen gehen kann, als wären sie nicht, weil er der Sieger über die Angst, der Überwinder der „angustiae“, der Befreier des „homo angustus“, der Verwandler in den „homo viator“ ist und sich als dieser erweist.

Und nach fünfzig Tagen, zehn Tage nach seinem „Weg zum Himmel“, der „Rückweg“ des Heiligen Geistes, von Jesus und dem Vater gesandt – wozu? Um die Boten des Evangeliums vom Reich Gottes auf den Weg zu schicken, sie dafür zu rüsten, ihnen den Mut zum Bekenntnis zu geben für den, der Enge und Bedrängnis von innen her gesprengt und die neue Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes (vgl. Röm 8,21) gebracht hat.

Und in diesem Senden des Heiligen Geistes, des Auf-den-Weg-Bringers, des Motivators, des „Viaticums“ (dessen also, der „mit auf dem Weg ist“) stehen wir bis heute! Die Wirklichkeit unserer Gemeinschaft als Kirche ist die konkret-sichtbare Wirkung dieser unaufhörlichen Bewegung (Be-WEG-ung!), die vom lebendigen Gott ausgeht und die ganze Welt erfassen will.


Ostern feiern gegen Angst, gegen Enge und Bedrängnis, gegen Mauern und Grenzen, gegen Unfreiheit, Knechtschaft in jeder Form – das könnte in diesem Jahr für uns alle eine Überlegung wert sein, ganz gleich, wo und wie wir diese Tage unter den gegebenen Umständen begehen. Vielleicht wird uns gerade in der Situation der „Ausgangsbeschränkungen“ wieder oder wirklich erst bewusst, wie sehr Ostern mit Befreiung, mit Ent-Ängstigung zu tun hat, und was es alles in unserem Leben gibt, das wir – wenn wir es ehrlich zugeben – doch eigentlich nur mit Hilfe dessen überwinden, auf dessen Weg wir uns mit unserer Taufe eingelassen und damit zu dem unseren gemacht haben!

Ich wünsche uns allen, dass wir Ostern in diesem Jahr die Chance geben, uns in noch existentiellere und universalere Tiefendimensionen unseres Daseins als Menschen zu führen als es vielleicht in anderen Jahren der Fall ist. Ich wünsche uns die Fesseln lösende, Kräfte freisetzende, Angst-Räume aufbrechende wirkliche Wirklichkeit dessen, was an Ostern passiert ist. Ich wünsche uns die Freude, die aus der Tiefe unserer christlichen Existenz aufsteigt, die wir nicht aus unserem natürlichen Menschsein haben oder als Ergebnis menschlicher Anstrengungen oder Übungen oder Entscheidungen, sondern auf Grund der Gnade, die uns Gott in Tod und Auferweckung seines Sohnes Jesus Christus geschenkt hat!

Und ich wünsche uns, dass uns dieses eigen-artige Ostern 2020 die Augen neu öffnet für das, was wir von Gott her sind – und was wir mit Gott noch sein werden! In diesem Sinne Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!

Christus ist auferstanden!
Er ist wahrhaft auferstanden vom Tod!
Darum: FÜRCHTET EUCH NICHT!
HALLELUJA!


Dr. Anton Spreitzer, Direktor im Haus der Begegnung

Fürchtet Euch nicht
Gedanken zu Ostern 2020 von Brigitta Neckermann-Lipp

„Fürchtet euch nicht“, wäre die Überschrift unseres Osterkurses heuer gewesen, nichts ahnend, wie aktuell sie werden würde.
„Fürchtet euch nicht!“, das muss uns gesagt werden. Warum? Eben weil wir uns fürchten, weil es immer wieder vorkommt: wir erschrecken, wir haben Angst, wir machen uns Sorge, wir geraten in Panik …
Eine positive Seite hat die Furcht: sie lässt uns vorsichtig sein, aufpassen, die Sache ernst nehmen. Wenn sie uns aber überflutet und nicht mehr vernünftig denken lässt oder handlungsunfähig macht, braucht es ein „Gegenstück“ zur Furcht.
Was könnte die gegenteilige Aussage von „Fürchtet euch nicht“, die positiv formulierte Zusage, sein? Für mich wäre es „Habt Vertrauen!“
Habt Vertrauen in Gottes Kraft und Liebe. Habt Vertrauen, dass er an eurer Seite ist. Habt Vertrauen, dass Gott Wege kennt, die über die menschlichen hinaus gehen und dass er euch Schritt für Schritt führen wird!

Dass wir uns fürchten bringt uns (hoffentlich) zur Vernunft. Die Zusage, dass wir uns nicht zu fürchten brauchen, bringt uns zum Vertrauen. Vernunft und Vertrauen ist eine gute Kombination. Vernünftigerweise treffen wir uns heuer nicht zu den Gottesdiensten und auch nicht zum Osterkurs. Das ist - bei aller einsehbaren Notwendigkeit - traurig und irgendwie seltsam, so ein Ostern ohne Zusammenkommen, ohne Gottesdienste. Und den einen oder die andere wird in diesen Tagen die Wehmut treffen.

Und trotz alledem und inmitten dessen feiern wir dann das Fest der Auferstehung, damit es uns, wie jedes Jahr, bestärkt im Vertrauen, dass es Auferstehung gibt – egal wie die äußeren Umstände sind.

Alle Jahre wieder begehen wir den Gründonnerstag, den Karfreitag, die Osternacht, damit diese Feiern in uns eine Spur hinterlassen: Gott ist da - im Leiden und in der Ohnmacht des Karfreitags, in der Leere und Unsicherheit des Karsamstags und im ungläubigen Jubel und der Fülle der Osternacht, einschließlich Osterfrühstück. Auch damit wir uns in den Karfreitagen, Karsamstagen und Osternächten unseres Lebens daran erinnern, begehen wir die Rituale und feiern die Liturgie – jedes Jahr wieder. Damit wir Vertrauen entwickeln, dass es so ist, dass es wahr ist, auch wenn uns das Leben anders kommt. Und dass wir uns darum vor dem Leben nicht zu fürchten brauchen.

Das gilt für jede und jeden einzeln und für uns als Gemeinschaft. In dem „euch“ ist jede/r einzeln enthalten, aber nicht im Sinne des „Ego“, sondern im Sinne der Unverwechselbarkeit. „Fürchtet euch nicht“ muss uns immer wieder zugesagt werden. Wer gerade kann, sagt es dem/der anderen, in Wort oder Tat. Wer es gerade braucht, darf es hören. – „Solidarität“ heißt das gesellschaftlich, „Schwestern und Brüder im Herrn, Kinder eines Vaters“, heißt es christlich.

Gott lässt uns auferstehen, aufstehen – immer wieder, im Kleinen und im Großen. An uns ist es wachsam und aufmerksam zu sein, um zu erkennen, was heute dran ist für mich und für uns. Was in Richtung Vertrauen auf die Auferstehung geht. Und um Auferstehung zu erkennen, den Auferstandenen zu erkennen. Damit es uns nicht geht wie den Wächtern, die „wie tot“ sind, wie es im Evangelium heißt, (Mt 28, 4), sondern wie den Frauen, die – nachdem sich Erschrecken und Furcht ein wenig gelegt haben - voll Freude die Botschaft verkünden: „Er ist auferstanden! Es gibt Auferstehung!“ Wir sagen es uns nach der Osternacht zu: „Christus ist auferstanden“ – „Er ist wahrhaft auferstanden!“

Heute (7.4.), dieser Text hier war schon annähernd fertig, fand sich im Büchlein „Gottes Wort für jeden Tag“ folgendes Gebet:

Du sagt uns: „Fürchte dich nicht!
Lass zu, dass sich Wege ändern und Pläne nicht gelingen.
Dennoch ist der Weg gut.“
So lass uns dir vertrauen und ohne Angst den Weg gehen,
der vor uns liegt.


Brigitta Neckermann-Lipp

Fürchte Dich nicht
von Ludwig Raischl

Mt 28,1-10

In diesen Tagen der Corona-Pandemie hört sich das in der Heiligen Schrift so oft zugesprochene Wort „Fürchte Dich nicht“ noch einmal anders an. Wenn jemand in Zeiten der Ausgangsbeschränkung sprichwörtlich die Decke auf den Kopf fällt und die üblichen sozialen Kontakte schmerzhaft vermisst werden … . Oder wenn ein an Covid-19 erkrankter Arzt beim Beschreiben seines Krankheitsverlaufes kurz vor der künstlichen Beatmung zu sich sagt: Da hilft nur noch hoffen und beten! …. Das „Fürchte Dich nicht“ bekommt plötzlich eine existentielle Bedeutung.

Diese Erfahrungen sind vergleichbar mit der Erzählung des Osternachtsevangeliums. Die beiden Maria‘s gehen zum Grab Jesu. Sie möchten nach dem am Kreuz Gestorbenen schauen. Sie möchten dem, auf den sie ihre Hoffnung gesetzt haben, einen letzten Dienst der Menschlichkeit erweisen. Plötzlich und unerwartet bebt die Erde. Der Boden unter den Füßen scheint nicht mehr zu tragen. Auch die Wächter am Grab ergreift das Beben und sie sind unfähig etwas zu tun, sie sind wie tot. In diesem Augenblick hören die Frauen vom Engel das beruhigende „Fürchte dich nicht!“ Und wenig später begegnet der Auferstandene den Jüngern mit den gleichen Worten: „Fürchtet euch nicht!“ Die Frauen und Männer, die mit Jesus unterwegs waren, sind am Ende. Sie wissen nicht mehr weiter. Der, dem sie gefolgt sind und dem sie geglaubt haben, ist tot. Es ist dunkel um sie herum. Gerade in diesem Zustand des Schocks, der Starre und der Ausweglosigkeit lässt sich das „Fürchte dich nicht“ vernehmen für die Frauen und die Jünger. Die Grabwächter hören es seltsamerweise nicht. Es kommt also auf das offene Ohr an, auf die Hellhörigkeit in schwerer Zeit. Und es zeigt sich, dass zwischen Jesus und ihnen etwas entstanden ist, das wir mit innerer Verbindung oder freundschaftlicher Beziehung beschreiben würden.

Wir Christen gehören zu denen, die mit Jesus unterwegs sind. Auf Liebgewordenes müssen wir verzichten in diesen Tagen: die Gottesdienste in den Kar- und Ostertagen, die sakramentale Nähe im Empfang von Brot und Wein – Leib und Blut Christi, das gemeinschaftliche Mitgehen mit Jesus bis zum Kreuz wie das Eilen zum Grab und das Einstimmen in das erste Halleluja in der Osternacht, weil Jesus lebt und wir ihn nicht bei den Toten zu suchen haben. Trotz dieses Verzichts bleibt die Osterbotschaft auch in diesem Jahr: Jesus lebt! Sie mutet fremder an, wenn wir über den Fernseher mitfeiern. Sie hat einen anderen Klang, wenn wir im Kreis der Familie uns dem Tod und der Auferstehung Jesu nähern. Sie ist vielleicht sogar persönlicher, wenn ich allein das Evangelium lese und in mich höre, was Jesus mir heute sagen will.

Und wenn auch heuer die Osterkerze - egal ob groß oder klein - entzündet wird in der Kirche oder zu Hause, so erstrahlt in der Flamme das Licht Jesu und es erhellt das Antlitz aller, die im Schauen teilhaben an der Wirklichkeit, dass das Leben siegt. So ist das österliche „Fürchte dich nicht!“ besonders im Jahr 2020 mir zugesagt vom Auferstanden persönlich und wir dürfen es allen vermitteln, die es in diesen Coronazeiten besonders brauchen können.

Ludwig Raischl

Österliche Gedanken
von Josef Fischer

Wir hören am Gründonnerstag das Evangelium von der Fußwaschung Joh 13. Im Anschluß daran kündigt Jesus seine Auslieferung an (Joh 13,21-30) und leitet über (Joh 13,31-38) zu den Abschiedsreden (Joh 14-16).

Jesus weist die Jünger darauf hin ( Joh 13,33), daß er nur noch kurze Zeit bei ihnen ist, daß er gehen wird, und daß sie dorthin, wohin er gehen wird, nicht gelangen können. Es kommt also zu dem, was Menschen, die zusammengehören, nur schwer ertragen, nämlich zum Weggang, zur Entfernung, zur Trennung. Die kann zunächst nicht überwunden werden. Da gibt es kein Hinkommen. Da gibt es nur ein Leiden. An dieser Stelle nun spricht Jesus das Wort, das als Ruf vor dem Evangelium am Gründonnerstag gesungen wird: „So spricht der Herr: Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“.

Trennung erfahren in diesen Tagen des Jahres 2020 alle, die in Quarantäne müssen, alle, die schwer krank sind, alle, die sterben werden. Sie müssen ihre Angehörigen entbehren, die ihrerseits an dieser Trennung leiden. Pflegekräfte und Ärzte sind ihnen menschlich nahe.

Trennung erfahren auch sonst viele Menschen. An sie zu denken ist ein Gebot der Stunde. Wer kann, betet für sie oder auch mit ihnen, verbunden in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes.

Der Herr ist der große Realist, der Meister der Nüchternheit, der unverstellten Wahrnehmung. Der Meister der Wahrheit ist aber auch der Meister der Liebe. Er spricht aus, was Sache ist. Der hat er sich verschrieben, der ist und bleibt er treu. An der Trennung führt kein Weg vorbei.

Aber er hat ein Heilmittel, einen Lösungs-Weg. Er kennt ein Mittel, das hilft und heilt. Das heißt: Liebt einander! Das ist der Königsweg, das Allheilmittel, das Passwort, das greift: Die Praxis, das Tun, die Liebe. Der Herr fügt noch eine Verdeutlichung hinzu: „Wie ich euch geliebt habe!“ Und wie hat er geliebt? „Bis zur Vollendung“ (Joh 13,1). Wahre Liebe kennt keine Begrenzung, keine Einschränkung. Sie ist das Kennzeichen der Jünger Jesu: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: Wenn ihr einander liebt“ (Joh 13.35). Die Liebe bleibt uns immer.

Als österliche Gabe des Auferstandenen und als Aufgabe in unserer Zeit.

Josef Fischer